„Der Wohnungsbau und das Wohnumfeld sind auch in Hamm zentrale Herausforderungen für die Stadtentwicklung. Wir brauchen ca. 400 bis 500 neue Wohnungen pro Jahr um unseren Bedarf zu decken“, betont Dr. Georg Scholz (SPD) als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr (ASEV).

 Deshalb freut sich der Sozialdemokrat, dass auch die Hammer CDU drei Monate nach der Diskussion und dem Beschluss der Wohnbaulandinitiative Hamm im Dezember letzten Jahres dieses Thema entdeckt hat. Damals erschöpfte sich der Beitrag der Christdemokraten auf die Forderung nach Wohnungen für besser Verdienende.

„Wir sehen den Hauptbedarf bei der Wohnlandinitiative in der Entwicklung von Flächen für den Mietwohnungsbau und hier vor allem dem geförderten Mietwohnungsbau“, erläutert Dr. Scholz die Position der Hammer Sozialdemokraten. Der Stadtentwicklungsbericht von 2017 zeigt, dass sich der Bestand der geförderten Wohnungen von ca. 9000 im Jahr 2000 auf ca. 4500 in 2016 halbiert hat und der Prozess wird sich fortsetzen. „Deshalb werden wir gemeinsam mit der Bauverwaltung eine konsequente Flächensicherung für den geförderten Mietwohnungsbau vorantreiben. Sollten die Maßnahmen der Flächenbereitstellung alleine nicht ausreichen muss man über entsprechende Quotenregelungen bei allen Baumaßnahmen nachdenken“, fordert Dr. Scholz.

"Wir stehen auch in Hamm vor einem weiteren Umbruch auf dem Wohnungsmarkt“, stellt Dr. Scholz fest. „Orientierte sich in der Vergangenheit der Wohnungsbau vor allem an der klassischen vierköpfigen Familie, so wächst heute der Bedarf für Ein- und Zweipersonenhaushalten durch eine älter werdende Bevölkerung, Partnerschaften ohne Kinder, Single und Studenten.“ Aktuell sind bereits 72 Prozent aller Haushalte in Hamm Ein- und Zweipersonenhaushalte. Rund 30 Prozent der Hammer Bevölkerung ist älter als 60 Jahre. Diese  Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren nach Auffassung der Sozialdemokraten weiter fortsetzen. In Ballungsräumen wie Berlin und Hamburg liegt der Prozentsatz heute schon bei über 85 Prozent.

„Deshalb brauchen wir immer mehr kleinere barrierefreie Wohnungen in der Nähe der Innenstadt oder den Stadtteilzentren; denn gerade für unsere älteren Mitbürger ist eine Stadt der kurzen Wege und eine Versorgung im Quartier entscheidend“, betont Dr. Scholz. Auch deshalb hält die Hammer SPD zusätzliche Flächen für Ein- und Zweifamilienhäuser für nicht erforderlich. Bei einem entsprechenden Angebot kleiner Wohnungen im Quartier werden in den nächsten Jahren viele gebrauchte Immobilien auf den Wohnungsmarkt drängen und stehen dann wieder jungen Familien zur Verfügung. So kann eine weitere Zersiedlung am Rande unserer Stadt vermieden werden.

Handlungsbedarf sieht die Hammer SPD aber bei der Bewertung von ausgewiesenen Wohnbauflächen. „Wir stellen immer wieder fest, dass bestimmte Flächen seit Jahren nicht weiter verfolgt werden. Es folgen keine Bauanträge, weil der Eigentümer oder der Investor das Interesse verloren haben, oder die Erschließung so kostspielig ist, dass eine Vermarktung unrealistisch ist. Hier sollte man nach erfolglosen Gesprächen mit den Eigentümern auch über eine Entwidmung der Flächen nachdenken und entsprechenden Ersatz im Stadtteil oder –bezirk suchen“, fordert Dr. Scholz abschließend und freut sich auf spannende Debatten mit den Christdemokraten.