In diesem Jahr jährt sich zum 80. Mal die Reichspogromnacht. In Hamm erging der Abbruchbefehl der Synagoge am 19. November 1938 an den Vorstand der Jüdischen Gemeinde. Anderthalb Monate später – Ende 1938 – wurde die Synagoge auf Kosten der jüdischen Gemeinde von der Stadt abgerissen.
Begonnen hatte alles am 7.November 1938 in Paris mit dem Attentat auf den Diplomaten Ernst von Rath durch Herschel Grynszpan, einem polnischen Staatsbürger jüdischen Glaubens. In der Folge gab es erste Übergriffe gegen die jüdische Bevölkerung. Verheerend wurden die Ausschreitungen zwei Tage später am 9. November, als von Rath seinen Verletzungen unter nicht vollständig geklärten Umständen erlag. Überall im Deutschen Reich brannten Synagogen, wurden Schaufenster jüdischer Geschäfte zertrümmert, einhergehend mit Plünderungen. Tausende Juden wurden gedemütigt, verhaftet, ermordet. Die Gewaltexzesse dauerten mehrere Tage an. Die Reichspogromnacht gilt als vorläufiger Höhepunkt der systematischen Judenverfolgung, die im Völkermord endete.
Jüdische Bürgerinnen und Bürger wurden auch in Hamm von den Nationalsozialisten vertrieben, kamen in Konzentrationslager, die nur wenige überlebten.
Der 80. Jahrestag der Reichspogromnacht ist für die SPD-Fraktion Anlass, sich noch umfassender mit den Vorkommnissen jener Zeit zu beschäftigen. „Hierzu eignet sich nach unserer Auffassung ein breit angelegter Dialog, in den Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Vereine, Kirchen, Glaubensgemeinschaften, öffentliche Institutionen sowie die Politik einbezogen werden“, so Monika Simshäuser, Bürgermeisterin und Vorsitzende des Kulturausschusses.
Veranstaltungen mit den Vorgenannten - und hier insbesondere mit den Beteiligten der Woche der Brüderlichkeit - sollten über das Jahr 2018 verteilt stattfinden.
Dabei verstehe es sich von selbst, dass bereits geplante Aktivitäten in eine Gesamtplanung integriert werden sollten, wobei die Gesamtkoordination durch das Stadtarchiv wünschenswert sei. Ein Arbeitskreis, in dem auch Mitglieder des Kulturausschuss vertreten sein sollten, soll zeitnah gegründet werden. Einen entsprechenden Antrag, diese Vorschläge umzusetzen, wird die SPD-Ratsfraktion in die nächste Ratssitzung einbringen.