Auf Basis des im März dieses Jahres im Rat beschlossenen Stadtentwicklungsberichtes erarbeitet das Stadtplanungsamt derzeit eine Konzeption für eine Wohnbaulandinitiative, die die Mobilisierung von Flächen für die Wohnbaulandentwicklung unterstützen soll. In der Ratssitzung am 12. Dezember soll der strategische Ansatz für die Wohnbaulandinitiative beschlossen werden. „Wohnen und das Wohnumfeld sind und bleiben zentrale Herausforderungen für unsere Stadtentwicklung“, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Justus Moor. „Schwerpunkt muss guter bezahlbarer Wohnraum sein.“

 Mit Sorge betrachten die Sozialdemokraten, dass sich der Bestand von öffentlich gefördertem Wohnraum in Hamm seit 2000 von knapp 18000 Wohnungen auf etwa 9000 in 2016 nahezu halbiert hat. „Unter Schwarz-Gelb wurde hier jahrelang weggeschaut. Mit uns geht das nicht“, stellt Moor für die SPD klar.

2015 hat die Stadt Hamm auf Treiben der SPD ihr Wohnbaukonzept Wohnen und Pflege verabschiedet und die damals errechnete Zielvorgabe des zu realisierenden Wohnraums erreicht (2015: 620 WE; 2016: 409 WE). „Der künftige Bedarf wird aber sowohl Konkurrenz als auch Preise in diesem Marktsegment spürbar steigern. Öffentliche Aufgabe wird es weiterhin sein, moderne, preiswerte und barrierefreie Wohnungen für Kleinhaushalte zu schaffen“, erläutert Dr. Georg Scholz als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr (ASEV).

„Die Hälfte der Haushalte in Hamm haben ein Anrecht auf öffentlich geförderte Wohnungen“, betont Scholz und begrüßt, dass mit der vorgelegten Wohnbauland-Initiative sowohl die städtischen, als auch die Flächen im privaten Eigentum zu einem Gesamtkonzept zusammenfließen sollen. Auch mögliche Potentialflächen, die durch Ankauf zu neuem Wohnbauland werden können, fließen in das Konzept ein. Die Sozialdemokraten sehen zudem eine mögliche feste Quote für öffentlich geförderten Wohnungsbau bei Neubau-Projekten positiv: „Eine feste Quote sorgt nicht nur für ausreichend bezahlbaren Wohnraum, sondern auch für eine gesunde Mischung für ein gutes Zusammenleben in den Quartieren“, betont Fraktionsvorsitzender Moor.

Zielvorgabe für die Wohnbaulandinitiative ist es, 400 Wohneinheiten pro Jahr zu realisieren. Dazu zählen Neubauten, aber auch Instandhaltungen. „In das Konzept sollen auch die Ideen und Vorstellungen der Bezirke einfließen“, betonen Moor und Scholz abschließend.