Mit lautstarke Kritik hat die FDP in Heessen versucht die Bildungspolitik der Großen Koalition anzugreifen. Im Mittelpunkt stand dabei die räumliche Situation der Karlschule. Die Heessener Fraktionsvorsitzende der SPD, Dilek Erdogan, ist dabei nicht die einzige, die sich fragt woher das plötzliche Interesse der FDP kommt. Bei den regelmäßigen Schulbesuchen und dem engen Austausch mit den Schulleiterinnen und Schulleitern hatte die FDP sich nämlich gar nicht beteiligt. "Die FDP-Schnellschussideen ohne an die Schülerinnen und Schüler zu denken, wird es mit der SPD nicht geben", stellt Erdogan klar.

Der offene Brief an die FDP:


Sehr geehrter Herr Dorenkamp,

mit großem Erstaunen hat die SPD-Fraktion Ihre Kritik gegenüber dem Westfälischen Anzeiger vom 4. Februar 2017 zum Zustand der Karlschule verfolgt. Insbesondere kam bei uns die Verwunderung darüber auf, woher das plötzliche Interesse der FDP an den Bedarfen der Karlschule bzw. überhaupt der Schulen im Heessener Bezirk kommt.

Regelmäßig finden in Heessen die Schulbereisungen statt. Dort informieren wir uns im engen Austausch mit den Schulleitungen über den Zustand und die Bedarfe der Schulen in unserem Stadtbezirk. Dazu eingeladen sind ausnahmslos alle in der Bezirksvertretung Heessen vertretenen Parteien. Dort haben wir uns selbstverständlich schon früh ein eigenes Bild über den Zustand der Karlschule machen können und haben Mängel und Bedarfe gesammelt und weitergegeben. Für uns ist dieser enge Kontakt und Austausch nicht nur bereichernd, sondern auch unerlässlich. Nur so gelingt es gemeinsam mit allen Parteien für die Schulen in Heessen und im Hammer Norden und das Wohl der Schülerinnen und Schüler an einem Strang zu ziehen.

Umso bedauerlicher ist es, dass dies offenbar nicht allen Parteien wichtig ist: Im letzten Jahr hat es insgesamt 9 Schulbesuche in unseren bezirklichen Schulen gegeben. Die FDP hat an keiner einzigen davon teilgenommen. So erschöpft sich Ihre politische Arbeit leider darin, mit Pressemitteilungen aus dem Off zu kritisieren. Wir würden uns freuen, wenn Sie endlich echtes Interesse für die Schülerinnen und Schüler und für die Lehrerinnen und Lehrer in unserem Bezirk zeigen würden.

In dieser Pressemitteilung fordern Sie uns weiter auf, sich „jetzt zu erklären, was aus der Karlschule werden soll“ und „sofort die Karten auf den Tisch zu legen“. Auch an diesem Punkt unterscheidet sich die Politik der FDP von der der SPD-Fraktion.

In der SPD-Fraktion fällen wir Entscheidungen dieser Tragweite und Art nicht aus dem hohlen Bauch heraus, insbesondere nicht, wenn es um die Zukunft unserer bezirklichen Schulen und die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen geht. Aus unserem Ziel aber machen wir kein Geheimnis: Wir wollen in Heessen jeden Abschluss möglich machen! Dass es dafür Erweiterungen der Heessener Schullandschaft und mehr Möglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler bedarf, ergibt sich dabei von selbst.

Dafür bietet jedoch erst der Schulentwicklungsplan der Stadt Hamm, der seit letztem Jahr erarbeitet wird, eine fundierte Diskussions- und Entscheidungsgrundlage. Nur so können wir unserer politischen Verantwortung gerecht werden und nachhaltige und sinnvolle Entscheidungen treffen. Den Schnellschussideen der FDP – nicht zum Wohle der Schulen, sondern aus politischem Kalkül – können wir daher nicht nachkommen.

Mit freundlichen Grüßen

Dilek Erdogan
Vorsitzende SPD-Fraktion Heessen