Informationen aus erster Hand zur Erweiterung der St. Barbara-Klinik Hand holten sich die Mitglieder der SPD-Bezirksfraktion im Rahmen ihrer letzten Fraktionssitzung. Der ärztliche Direktor Dr. Rainer Löb fasste in seinem eineinhalbstündigen, interessanten Vortrag die Überlegungen und Planungen der Franziskus Stiftung zur Weiterentwicklung des Standortes Heessen zusammen. Zwei Jahre lang hatte eine kleine Gruppe mit viel Umsicht und Präzision die medizinischen Anforderungen und Erfordernisse an den neuen OP-Trakt aber auch die damit verbundenen Umbaumaßnahmen und Umstrukturierungen im bestehenden Gebäude geplant.

„Durch die Aufgabe der bisherigen OP-Räume und einer veränderten Nachnutzung dieser und seit dem Umzug nach Bockum-Hövel nur teilweise genutzten Bereiche sind auch hier umfangreiche Veränderungen und Modernisierungen erforderlich“, erläuterte Dr. Löb und ergänzte „auch der notwendige Transfer der Patienten zu den vorbereitenden Räumen, OP‘s, Aufwachräumen und den Intensivstationen musste neu bedacht werden, eine besondere Form der Verkehrslenkung im Gebäude.“

Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke: „Es ist schon beeindruckend, welche Herausforderungen und logistischen Schritte bis ins kleinste Detail bedacht und geplant werden mussten, damit die Architekten nun ein an die Klinikbauweise angepasste neue Bebauung mit entsprechenden internen Wegen planen können.“ Dr. Löb bat um Verständnis, dass die kleine Planungsgruppe erst nach und nach intern weitere Personen zur Planung einbezogen haben und vor Information der Politik und Öffentlichkeit erst die Mitarbeiter umfassend informieren wollte.

„Es ist klar, dass eine so wichtige firmenpolitische Entscheidung einen langen und intensiven Reifungsprozess erfordert und es zeugt davon, wie ernst der größte Arbeitgeber in Heessen die Zusammenarbeit und den Kontakt mit seinen vielen Mitarbeiterinnen nimmt,“ äußert Justus Moor als Ortsvereinsvorsitzender und Ratsherr Verständnis für diese Entscheidung. „Gerade in Zeiten der Neustrukturierung der deutschen Krankenhauslandschaft, bei der viel Krankenhäuser aufgegeben und schließen werden, bedeutet dieser Schritt mit einer Investitionssumme von über 20 Millionen Euro für Heessen die Sicherung der Arbeitsplätze und des Standortes für die nächsten Jahrzehnte.“

Auch für das größte Problem außerhalb der Klinik wurden bereits Überlegungen angestellt: „Wir erwarten natürlich ab 2020 mehrere Tausend neue Patienten und Besucher pro Jahr und die Frage ist, wie erreichen diese ohne große Einschränkungen für die Heessener Bürger unsere Klinik und wie schaffen wir den notwendigen Parkraum“, beschrieb Dr. Löb die Ausgangslage. „Eine Lösung kann nur in Zusammenarbeit aller Beteiligten erfolgen“, stellte er auch in diesem Punkt die Verantwortung und Bereitschaft der Klinik zur Lösung dieses Problems für Mitarbeiter, Patienten und Besucher heraus. Gerade Bockum-Höveler Ärzte hätten darauf hingewiesen, dass sie viele ältere Menschen und einkommensschwache Familien in ihren Praxen betreuen, die keinen Zugriff auf ein Auto hätten und gebeten, dass auch diese Patienten einen direkten Zugang über öffentliche Verkehrsmittel zur Barbara-Klinik haben müssten.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Dilek Erdogan machte deutlich, dass die 2020 eintretende neue verkehrliche Situation, insbesondere des ruhenden Verkehrs frühzeitig bedacht werden müsse. „Wir werden hierzu in der nächsten Bezirksvertretungssitzung einen Antrag stellen. Wir fordern die Verwaltung auf, in Zusammenarbeit mit der Klinik die zu erwartenden Verkehrsströme zu ermitteln, verkehrslenkende Maßnahmen zu planen und frühzeitig Kosten zu ermitteln. In diese Planungen muss auch das Heessener Zentrum zur Stärkung dieses Gesundheits- und Einzelhandelsbereichs, insbesondere auch unter dem besonderen Aspekt der Veränderungen an der Kleinen Amtsstraße (ALDI-Neubau), einbezogen werden.“

Bereits zu den Haushaltsplanberatungen im Jahre 2018 müssen Ergebnisse vorliegen, damit wir für die Haushalte 2019/2020 finanzielle Mittel einplanen können,“ betont die Fraktionsvorsitzende. Justus Moor ergänzt, „Vor allem hat auch die Diskussion um die Ausweitung des öffentlichen Personennahverkehrs neue Nahrung gefunden. Die Klinik hat eine oberzentrale Bedeutung für Hamm und entsprechend kommen Menschen aus dem weiteren Umfeld nach Heessen. Die Ringbuslinie zur schnellen Anbindung aller Stadtteile an den bedeutenden Klinik-Standort wird immer notwendiger“.

Mit dem Dank für den sehr informativen Vortrag, die umfassende Information der Politik und der Bereitschaft der Klinik, als größter Arbeitgeber sich für die Heessener Belange einzusetzen, bedankte sich Dilek Erdogan für das Gespräch und es wurde vereinbart, im engen Austausch zu bleiben.