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Hamm macht sich stark für den Datteln-Hamm-Kanal. Auf Initiative der Wirtschaftsförderung Hamm haben die Stadt Hamm, die Stadtwerke Hamm und der Hafeninteressentenverein Hamm auf den vom Bundesverkehrsministerium vorgelegten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 reagiert.

„Hamm ist mit verschiedenen Maßnahmen im Bundesverkehrswegeplan gut bedacht worden“, sagt Michael Thews. „Wenn es um den Ausbau des Kanals geht, inclusive der Brückenbauwerke und der Schleuse, dann können wir mit der Einstufung nicht zufrieden sein.“

Mit dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans wird erstmals die neue Einstufungssystematik des Wasserstraßennetzes veröffentlicht. Aus Sicht der Wirtschaftsförderung werden die Weststrecke ab Lünen sowie die Oststrecke des Datteln-Hamm-Kanals zu niedrig eingestuft. Das sieht auch der Bundestagsabgeordnete so. Der Ausbau und die Ertüchtigung des Kanals sind jedoch für die verkehrliche und wirtschaftliche Entwicklung der Hafenstadt Hamm von enormer Bedeutung.

„Der Kanal ist eine wichtige Lebensader Hamms und die Häfen sind die Herzkammern unserer Stadt. Aus diesem Grund ist eine Nachbesserung der Verkehrsprognose und die damit verbundene Einstufung dringend notwendig, da die Wachstumspotentiale unterschätzt werden“, so Wirtschaftsförderungs-Chef Christoph Dammermann.

Die Verantwortlichen haben sich daher in einem persönlichen Schreiben an Bundesverkehrsminister Dobrindt gewandt, um die Wettbewerbs- und Wertschöpfungseffekte der Hafenstadt Hamm noch einmal zu verdeutlichen. „Ich unterstütze das Vorgehen“, sagte Thews bei einem gemeinsamen Termin im Hafenamt. Zusammen mit seiner Dortmunder Bundestagskollegin Sabine Poschmann, war Thews im Bundesverkehrsministerium vorstellig geworden und hatte darauf hingewiesen, dass ein Kanal immer nur so stark ist, wie sein schwächster Punkt. „Es nutzt nichts, ein Projekt zu finanzieren und die anderen erste einmal liegenzulassen. Das steigert die Leistungsfähigkeit eines Kanals nicht.

Auch das Land NRW hat die Bedeutung Hamms als Umschlagsknotenpunkt erkannt. Erst im April 2016 veröffentlichte das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen das Wasserstraßen-, Hafen- und Logistikkonzept und attestierte dem Hafen Hamm eine landesweite Bedeutung. Wegen seiner Versorgungsfunktion für Westfalen ist er einer von elf landesbedeutsamen Häfen.

Das Leistungsspektrum der Hafenstadt Hamm und der ansässigen Firmen ist vielseitig. Getreide, Öle, Mineralien, Baustoffe, Maschinen, Draht, Kohle, Dünge- oder Lebensmittel werden über das Binnenschiff in Hamm umgeschlagen. Die Reichweite des Im- und Exports ist weltweit, so werden beispielsweise Rohstoffe aus Asien, Australien, Nord- und Südamerika importiert.
Die besondere Qualität der Hafenstadt Hamm liegt in ihrer Industriefunktion, die eine hohe Wertschöpfung am Standort generiert. Die Unternehmen am Kanal zeichnen sich durch eine hohe Produktions- und Weiterverarbeitungsrate aus; die Investitionsintensität der Unternehmen ist entsprechend hoch. „Hier findet nicht nur Transport und Umschlag statt, im Kanalumfeld stehen Produktion und Wertschöpfung im Fokus“, so Dammermann.

Der Hafen Hamm feierte 2014 sein 100-jähriges Bestehen. Die Wirtschaftsförderung Hamm hatte zu diesem Anlass eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben. „Wir können stolz sein, einen der umschlagstärksten öffentlichen Kanalhäfen Deutschlands zu haben. Insgesamt wird laut Studie eine Wertschöpfung von rund 250 Millionen Euro erzielt“, so Dammermann.