Leere Fußgängerzone

Hamms Fußgängerzone ist aus Sicht der Studierenden nicht attraktiv

Kocker: Umfrage bietet gute Ansätze für Politik

Hamm bietet jungen Leuten, die hier studieren und leben, zu wenig. Darin sind sich die in der Bachelorarbeit von Linda Masur befragten Studierenden, die Jusos der HammSPD und auch SPD-Unterbezirks- und Fraktionsvorsitzender Dennis Kocker einig. „Diese Bachelorarbeit zeigt uns gute Ansätze auf, wie wir Hamm für junge Menschen attraktiver machen können. Um zu wissen, welche Bedürfnisse die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt haben, müssen wir sie befragen. Diesen Schritt hat uns Linda Masur in ihrer Bachelorarbeit abgenommen, deshalb sollten wir nun unmittelbar daran anknüpfen“, betont Kocker.

Die Jusos haben die Bachelorarbeit analysiert und zahlreiche Handlungsempfehlungen für den Rat der Stadt Hamm erstellt. „Wir haben uns auf die wichtigsten Aspekte, die im Einflussbereich der Kommune liegen, konzentriert. Dazu gehören der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), niedrige Lebenshaltungskosten, eine lebendige Innenstadt sowie Freizeitangebote speziell für junge Menschen“, erklärt Juso-Vorsitzende Stefanie Chatha.

Als negativ empfinden die befragten Studierenden beispielsweise die Innenstadt und die Einkaufsmöglichkeiten. „Die Fußgängerzone wird von vielen als ‚tot‘ angesehen. Insbesondere die Leerstände und die ‚Billigläden‘ würden herausstechen. Wir finden, dass hier radikal umgedacht und dem geänderten Konsumverhalten Rechnung getragen werden muss“, fordert Chatha. Sie nennt Pop-up-Stores als adäquates Mittel zur Bekämpfung der Leerstände. „Das sind Kurzzeitläden, die mitunter auch an ungewöhnlichen Orten die Aufmerksamkeit der Kundinnen und Kunden auf sich ziehen sollen. Mieten müssten dafür natürlich drastisch gesenkt und der Mietvertrag auch nur über einen kurzen Zeitraum von z. B. zwei Monaten, geschlossen werden.“

Ebenfalls starken Verbesserungsbedarf gibt es in punkto Studierendenleben. „Vor allem Freizeitmöglichkeiten wie Partys, Kneipen und Konzerte sind hier rar. Angebote müssen klar erkennbar auf die Zielgruppe Studierende ausgerichtet sein – auch preislich“, erklärt die Juso-Vorsitzende. Die Stadt solle nach Ansicht der Jusos Vermittlungsleistungen anbieten. Mögliche Freizeitangebote wären ein „Partyschiff“, Konzerte u. a. der Richtungen Rock, Reggae und Hip Hop sowie U30-Partys. Auch der Kontakt zwischen dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AstA) und der Politik sollte dringend gefördert werden, beispielsweise über regelmäßige Einladungen in den Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Innovation und Stadtmarketing.

„Es sind gute Ansätze für die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker dabei. Wir wollen Hamm schnellstmöglich für Studierende attraktiver gestalten – schließlich möchten wir sie auch nach dem Studium hier halten“, sagt Kocker abschließend.