Integration der Flüchtlingskinder in der Schule läuft gut an - positive Projekte und gut angenommene Maßnahmen nun durch ein Integrationskonzept für alle handhabbar machen.

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Vrnl: Lothar Bietmann, Leiter kommunales Integrationszentrum, Walter Hake-Bobka, ehem. Schulamtsdirektor, Cornelia Lagoda, Leiterin der Hermann-Gmeiner-Schule, Manfred Lindemann, Schulausschussvorsitzender

„Ich freue mich, dass unsere Einladung zu einer engagierten Diskussion geführt hat und ich nehme viele Anregungen mit in die politische Arbeit der Stadt“, teilt Manfred Lindemann, Schulpolitischer Experte der SPD-Ratsfraktion mit.

Die Ratsfraktion hatte zu einer Veranstaltung über die schulische Integration von Flüchtlingskindern eingeladen. Nach kurzen Statements von Frau Cornelia Lagoda, Schulleiterin der Gmeiner-Schule und Ludger Bietmann, Leiter des kommunalen Integrationszentrums, hatte der ehemalige Schulamtsdirektor Hake-Bobka das Wort.

Lagoda machte deutlich, dass die Integration in ihrer Schule positiv verlaufe, alle Beteiligten engagiert seinen, die Gmeiner-Schule über ein gutes Netzwerk verfüge und die Flüchtlingskinder als sehr lernwillig und fleißig auffallen. Wünschenswert wäre jedoch, eine professionelle Trauerarbeit bzw. psychologische Betreuung und vor allem der Erhalt – besser der Ausbau der Schulsozialarbeiter.

Herr Bietmann stellte die Arbeit des kommunalen Integrationszentrums vor. So erhält jedes Flüchtlingskind eine Gesamtberatung. Dabei wird der bisherige Lebensweg des Schülers nachvollzogen und die bestmögliche Hilfestellung inklusive wohlüberlegter Schulempfehlung ermöglicht. Nach dem Motto, unnötige Wege vermeiden, wird jeweils der persönliche Bedarf festgestellt und von der direkten Beantragung einer Schülerfahrkarte mit sofortiger Erstellung eines Fotos bis zur Klärung gesundheitlicher Probleme wird alles bei Abfragen in einem Gespräch in die richtige Richtung gelenkt.

Herr Hake-Bobka machte noch einmal deutlich, dass es in Deutschland ein Recht auf Bildung gibt und eine Schulpflicht besteht. Er verwies auf die gute Zusammenarbeit der vielen verschiedenen Anlaufstellen, vom Regionalen Bildungsbüro, über die Integrationslosen bis zum JobCenter und dem psychologischen Dienst.
Die Kinder sollen direkt in die Regelklasse aufgenommen werden und bei Bedarf in Intensivgruppen die Deutsche Sprache erlernen. Er forderte u. a. eine handhabbare Sprachstandanalyse, die verbindlich und förderorientiert für alle Schüler genutzt wird.

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass es bei den guten vorhandenen Strukturen und Projekten nun darum gehen müsse, sie mit den bereits bestehenden Regelangeboten zu verknüpfen.

Zukünftige Landesmittel sollen auch in praktische Integration fließen und diese Projekte sollen mindestens über 2 Jahre gefördert werden. Diese Auffassung teilte auch der hiesige Landtagsabgeordnete Marc Herter und schlug vor, die Projekte doch zeitlich aufzuteilen.

Die bestehende Schulsozialarbeit trägt einen guten Teil zur Integration der Flüchtlingskinder bei. Deshalb sind hier weitere Personaleinstellungen notwendig.

Die erfolgreiche, aber zeitintensive Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums sollte auch mit einer Aufstockung des Personals weitergeführt werden.

„Alles in allem wurde eine nach vorn blickende engagierte Diskussion geführt, bei der deutlich wurde, wie notwendig die Schulsozialarbeit im Bereich von Integration an Schulen und Erarbeitung eines Integrationskonzepts für unsere Stadt Hamm sind“, so Lindemann abschließend. Er versprach die Fragestellungen mit in die politischen Beratungen zu nehmen.