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Nachdem in der vergangenen Ratsrunde das Integrierte Klimaschutzkonzept für die Stadt Hamm und die dazugehörige Beschlussvorlage nur wenige Tage vor der Sitzung zur Verfügung stand, hatte die SPD-Fraktion um eine Verschiebung gebeten. Nun liegt es heute dem Umweltausschuss erneut zur Beratung vor. "Klimaschutz ist uns zu wichtig, um es einfach übers Knie zu brechen", so SPD-Ratsherr und stellvertretender Vorsitzender des Umweltausschusses Justus Moor. "Umwelt- und Klimaschutz hat in Hamm eine lange Tradition", erinnert Moor daran, dass Hamm schon 1998 Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz war. "Mit dem vorgelegten Konzept können wir dieser Tradition gerecht werden."

Die SPD-Ratsfraktion hatte sich in den vergangenen Wochen viel Zeit genommen, um über das Konzept zu diskutieren. "Sowohl im Fraktions-vorstand, in der regulären Sitzung der gesamten Fraktion und in einer Sonderfraktionssitzung im Hammer Tierpark haben wir uns der Hammer Klima- und Energiepolitik gewidmet," berichtet Moor. Das Klimaschutzkonzept zeigt Maßnahmen auf, mit denen der Anteil der erneuerbaren Energien in Hamm von derzeit 7% auf 23% steigt. Bei der Stromproduktion könnte der Anteil dann sogar 40% betragen. "Eine umweltschonende und wirtschaftlich vernünftige Energiepolitik ist nur mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien möglich. Da sind wir auf dem richtigen Weg," ist sich auch SPD-Fraktionsvorsitzender Dennis Kocker sicher. So ist Hamm mit über 1900 Solaranlagen auf Platz 7 in der Solar-Bundesliga aller deutschen Großstädte und damit sogar auf Platz 1 in NRW.

"Großes Problem ist jedoch die Verteilung der produzierten Wärme", erläutert Moor. Schon jetzt entstehen in den 6 Biogasanlagen und den 11 Blockheizkraftwerken viel Wärme aus Erneuerbaren Energieträgern, die größtenteils vollkommen ungenutzt bleibt. Hier zeige das vorgelegte Konzept noch zu wenige Maßnahmen auf. "Die SPD wird sich für bessere Wärmenetze einsetzen", so der SPD-Ratsherr. Positives Beispiel ist die Müllverbrennungs-anlage, die nicht nur Strom produziert sondern seit 2011 auch ca. 120 GWh jährlich ins Fernwärmenetz einspeist.

Zur besseren Planung fordert die SPD die drei im Konzept vorgeschlagenen Teilpläne zu Mobilität, zu Industrie- und Gewerbegebieten und zu Erneuerbaren Energien. "Die Teilpläne können deutlich stärker in die Tiefe gehen. Sie sollten zügig in Auftrag gegeben werden," so SPD-Chef Kocker. Auch die Beantragung eines Klimamanagers für die Stadt Hamm, wie im Konzept vorgeschlagen unterstützt die SPD.

Die HammSPD begrüßt dabei auch die Unterstützung der Grünen für das Klimaschutzkonzept. Die Grünen haben mit einem Antrag an den Rat zur Zustimmung des IKK aufgerufen. "Die große Koalition in Hamm hat sich in ihrem Koalitionsvertrag die Klimaziele der rot-grünen Landesregierung auf die Fahnen geschrieben. Das die Grünen in Hamm das unterstützen zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind," freut sich Moor. Eine Festschreibung der Maßnahmen und eines festen Szenarios, wie es der Antrag der Grünen auch vorsieht, lehnt er dagegen ab. "Wir sollten uns nicht in ein enges Korsett pressen, sondern flexibel auf die Veränderungen im Energiesektor agieren können," mahnt der stellvertretende Umweltausschussvorsitzende. "Auch Maßnahmen, die in den tiefergehenden Teilplänen erst entwickelt werden, sollten flexibel mit einfließen können." Wesentlicher als die einzelnen Maßnahmen sei eh das Ziel, dass mit dem Klimaschutzkonzept nun klare Formen angenommen hätte.