Lenz 026


Dank und Lob für den Einsatz für Flüchtlinge – Thema Traumatisierung umgehend angehen.

„In der Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen sind zwei Aspekte in den letzten Wochen deutlich geworden. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist bemerkenswert und die Stadt ist gut aufgestellt sowohl in der spontanen wie auch langfristigen Unterbringung von Betroffenen.

Dank und Lob sind hier in besonderer Weise angebracht“, teilen Dennis Kocker, SPD-Ratsfraktionsvorsitzender und Ralf-Dieter Lenz, sozialpolitischer Sprecher mit.

In Hamm sind Menschen in der zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) untergebracht, die nur kurze Zeit verbleiben und dann an andere Kommunen überwiesen werden. In den weiteren Unterbringungseinrichtungen leben Personen, die länger in unserer Stadt bleiben und integriert werden müssen. Viele Kinder sind darunter und die Stadt hat in fast allen Fällen eine integrative Unterbringung in KiTa bzw. Schule geschafft. Damit kann und darf Integration aber nicht beendet sein. Das Projekt „Kein Kind zurücklassen“ verpflichtet uns, das Gesamtwohl der Jüngeren im Blick zu haben.

„Das Thema "Traumatisierung" muss hier schnell und intensiv angegangen werden“, so Lenz und weiter: „Mit dem Ende der Flucht und der Ankunft in einem sicheren Land kann die beginnende Verarbeitung des Erlebten neue Probleme aufwerfen.“

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es für Laien schwierig zu erkennen, wie und wo Hilfestellung notwendig ist. Hier muss der professionelle Ansatz her.

Lenz empfiehlt deshalb dringend, dass die Verwaltung eine intensive Kooperation mit der LWL-Klinik für Jugendpsychiatrie eingeht, um präventiv vorgehen zu können.

Der Tag der offenen Tür in der Klinik hat noch einmal deutlich gemacht, dass hier alle Professionen gebündelt sind und hinzu kommt, dass die Verantwortlichen bereit sind, nach Kräften zu helfen. Über Art und Umfang der Zusammenarbeit müssen die Verantwortlichen reden.

„Wichtig ist aber auch, dass die Menschen, die mit Flüchtlingsbetreuung betraut sind, Hilfe bekommen, um Problemlagen besser erkennen zu können“, so Kocker.

Für die ZUE kommt eine intensive Kooperation leider nicht infrage, da die Verweildauer der Bewohner eben zu kurz ist.

„Aber auch hier hat die LWL Klinikleitung angeboten, in ganz offensichtlichen Problemlagen zu beraten, um im ersten Schritt der aufnehmenden Kommune Informationen geben zu können“, teilen Lenz und Kocker abschließend mit.