Kindergarten_Dieter Schütz_pixelioKettner und Lenz einig: Zahlung von Betreuungsgeld nach wie vor der falsche Weg

„Wie schon bei der Einführung des Betreuungsgeldes, bleiben wir bei unserer Ablehnung dieser Belohnung für Eltern, die sich für die häusliche Betreuung ihrer Kinder bezahlen lassen“, nimmt die Kinder- und Jugendpolitische Sprecherin Angela Kettner (SPD) Stellung.

„Familien, die Transferleistungen erhalten, gehen im Gegensatz zu „Gutverdienern“ beim Betreuungsgeld leer aus. Für uns gibt es aber weder Eltern noch Kinder zweiter Klasse. Wer sein Kind bis zum 3. Lebensjahr zuhause betreuen möchte, der soll diese Möglichkeit wählen können, aber Geschenke an Eltern, die es nicht nötig haben, kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten“, so Kettner.

Viel wichtiger ist, dass jeder, der eine Betreuung in der Kindertagesstätte bevorzugt, auch ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen vorfindet. Kinder- und Eltern, die keinen Betreuungsplatz bekommen können, sind weiterhin in ihren Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt. Zufriedenstellende Lösungen sind für 150 Euro im Monat nicht zu verwirklichen.

„Was wir brauchen, sind gut funktionierende Kindertagesstätten, die allen Kindern die Möglichkeit geben, sich in der Gemeinschaft zurechtzufinden, in denen sie frühkindliche Bildung genießen können und eine gute Sozialisation erfahren,“ nimmt Ralf-Dieter Lenz, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, Stellung.

Der finanzielle Anreiz, der Eltern davon abhält, diesen Weg für ihre Kinder zu wählen, ist völlig falsch. Die frühkindliche Bildung ist der Schlüssel für die weitere Entwicklung des Kindes und legt die Grundlage für den zukünftigen Bildungsabschluss. Hinzu kommt, dass Frauen durch die Zahlung des Betreuungsgeldes, die Rückkehr in den Beruf zumindest erschwert, wenn nicht verwehrt wird.

Es ist schon bedauerlich, wenn solch wichtige Entscheidungen von einem Bundesverfassungsgericht getroffen werden soll, weil durch politische Klientelpolitik der falsche Weg beschritten worden ist. Hier wird keine Chancengleichheit hergestellt, sondern sich die Chancenungleichheit verschärfen.

„In dem Zusammenhang ist es aus meiner Sicht zwingend notwendig, die gesamte Familienpolitik in ganz Deutschland auf den Prüfstand zu stellen und zu hinterfragen, ob sie den Problemlösungen der Zukunft gerecht wird!

Ich halte es geradezu für absurd, das Kindergeld um 4 oder 6 Euro zu erhöhen. Das hilft weder den Eltern, noch befähigt es die Kommunen, weitere Kitaplätze zu schaffen.

Hier sei nur beispielhaft gesagt, dass die Gesamtsumme der Kindergelderhöhungen auch dazu verwendet werden könnte, alle Kinder mit einer vernünftigen Schulausrüstung auszustatten, so Lenz abschließend.

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