SPD fordert genaue Analyse der aktuellen Angebote. Konzepte sollen überarbeitet und nach festgelegten Zielen ausgerichtet werden.

„Wir haben uns anlässlich der aktuellen Daten und Fakten zum Thema Alkohol- und Drogenmissbrauch mit der Situation der Suchthilfe in Hamm beschäftigt“, teilen Ralf-Dieter Lenz, Sozialsprecher der SPD-Ratsfraktion und Wolfgang Rometsch, Mitglied des Sozialausschusses mit.

Umgerechnet auf die Stadt Hamm sind lt. Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Hamm ca. 3.000 Menschen alkoholkrank, eine weitaus größere Zahl konsumiert zu viel und gefährdet damit ihre Gesundheit.

Wolfgang Rometsch: „Für uns war dies Anlass genug, die bisherigen Konzepte auf den Prüfstand zu stellen, zu hinterfragen und auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Leitlinien einer Aktualisierung müssen auch hier präventive Steuerung und Planung sein. Die positiven Ansätze des Projektes „kein Kind zurücklassen“ können hier wegweisend sein“.

Dazu ist es unerlässlich, die Ausgangssituation, Gefährdung und Abhängigkeit möglichst konkret zu analysieren, um dann die vorhandenen Konzepte auf den neuesten Stand zu bringen oder insgesamt neu zu konzipieren. In jedem präventiven Ansatz muss die besondere Aufmerksamkeit Kindern und Jugendlichen gelten. Maßnahmen in der Frühintervention müssen dabei ein besonderer Schwerpunkt sein.

„Und dann sind wir ganz schnell bei meinem augenblicklichen Lieblingsthema: Schnittstellen“, so Ralf Lenz und weiter: „Funktionieren die Präventionsansätze bei „kein Kind zurücklassen“? Wie und wann werden Kinder über Suchtgefahren aufgeklärt?“

Jugendliche brauchen eine sinnvolle Freizeitbetätigung. Intensive Projekte, beispielsweise mit dem Stadtsportbund, könnten sportliche Betätigung und Suchtprävention sinnvoll kombinieren. Insgesamt muss auf jeden Fall über eine pointiertere Jugendarbeit nachgedacht werden. Deshalb soll es keine Reduzierung auf reine Freizeitgestaltung geben, sondern Perspektiven eröffnet werden. Eine Kampagne „Jugend ins Ehrenamt“ könnte ein Baustein eines neuen Konzeptes sein.

Perspektiven eröffnen heißt aber beispielsweise auch, die Schnittstelle „Schule-Beruf(Ausbildung) in den Blick zu nehmen. Allerdings darf hier nicht nur auf das Kommunal Jobcenter geschielt werden; vielmehr müssen alle Kooperationspartner gemeinsam bis zur nächsten Mitteilungsvorlage zum Schnittstellengutachten in die Gänge kommen.

Die SPD-Ratsfraktion fordert daher, recht zügig eine aktuelle Situationsbeschreibung mit belastbaren Zahlen und Daten vorzulegen.

Danach gilt es, ein aktualisiertes Hilfe- und Präventionskonzept zu erarbeiten. Dabei kann auf das vorhandene Fundament, auch wenn die neueren Entwicklungen eingearbeitet werden müssen, zurückgegriffen werden. Allerdings sollte die Steuerung der Suchthilfeangebote sich verstärkt an den Zielen ausrichten. Außerdem muss neben den Akteuren der Suchthilfe hier auch die Politik, ausdrücklich der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration in allen Entwicklungsstufen eingebunden werden.