„Die demographische Entwicklung ist wie von uns erwartet auch in Hamm angekommen. Das vorliegende Handlungskonzept bestätigt die wichtige Verknüpfung von Wohnen und Pflege bei der älter werdenden Hammer Bevölkerung im Quartier. Dieser richtigen Analyse muss ein rasches Umsteuern in der Stadtplanung folgen“, betonten SPD-Fraktionsvorsitzender Dennis Kocker und der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr, Dr. Georg Scholz (SPD), angesichts des von der Verwaltung vorgestellten Handlungskonzeptes Wohnen und Pflege 2025.

Die Sozialdemokraten hatten 2012 mit ihrem Antrag auf Fortschreibung des Konzeptes Wohnen genau diese Schwerpunktsetzung gefordert. Bereits heute sind 72% aller Wohnungen Ein- und Zweipersonenhaushalte und fast 30% der Bevölkerung ist älter als 60 Jahre, und diese Entwicklung setzt sich fort. Dies stellt ganz neue Anforderungen an den Wohnungsmarkt.

„Der Verbleib in der eigenen Wohnung wird entscheidend von den wohnungsnahen Dienstleistungen bis hin zur ambulanten Pflege abhängen. Es gilt daher, diese Dienstleistungen mit neuen Formen des Wohnens im jeweiligen Stadtteil zu verknüpfen. Unser Ziel muss daher ein Stadtteil der kurzen Wege sein“, fordert Dr. Scholz. Er hofft, dass auch die CDU endlich ihren Widerstand bei konkreten Projekten wie dem Mehrgenerationenwohnen am Kentroper Weg aufgeben wird.

Deshalb begrüßt die Hammer SPD, dass die Stadtverwaltung, wie von der SPD angeregt, den Quartiersgedanken für die zukünftige Steuerung des Wohnungsmarktes aufgreift; denn insbesondere die älteren Menschen sollten in ihren Quartieren bleiben können.  Gerade Pflege- und Wohnberatung müssen eng verzahnt werden.

Allerdings gehört zu dieser Quartiersbildung für die Sozialdemokraten auch die Nahversorgung. „Hier bleibt das Konzept bei einer Analyse der Ist-Situation. Es werden keine Wege aufgezeigt, wie man der immer stärker werdenden Konzentration, z.B. bei der Lebensmittelversorgung oder bei der Bildung von Arztzentren, planerisch entgegen wirken will“, stellt Dr. Scholz bedauernd fest.

Noch größeren und dringenderen Handlungsbedarf sehen die Sozialdemokraten im Bereich des eigentlichen Wohnungsbaus. „Wir brauchen moderne preiswerte barrierefreie Wohnungen für Ein- und Zweipersonenhaushalte in der Nähe der Stadtteilzentren. Trotzdem weisen wir immer neue Wohngebiete für Ein- und Zweifamilienhäuser aus – für Familien, die es zukünftig nicht mehr geben wird. Hier bieten sich Baulücken und der Abriss von Problemimmobilien in Ballungsräumen an. Allerdings muss dem Abriss auch der Neubau folgen.

Bei dieser Art des Wohnungsbaus sind die Wohnungsbaugesellschaften, auch die städtische HGB, mit innovativen Ideen verstärkt gefordert. Die Goethegärten sind ein erster richtiger Ansatz“, stellt Dr. Scholz abschließend fest.