Abriss im Haushaltsplan vorgesehen – Asbestbelastung unklar

„Wir als SPD-Fraktion Bockum-Hövel wollen das Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule städtebaulich zu einem Hallohpark-Quartier entwicklen“, berichtet der Bockum-Höveler SPD-Fraktionsvorsitzende Damian Chatha von der Klausurtagung seiner Fraktion, die am vergangenen Wochenende stattfand. Damit reagieren die Sozialdemokraten auf die Berichterstattung des Westfälischen Anzeigers, nach der Schuldezernent und Kämmerer Markus Kreuz eine schulische Nachnutzung des Gebäudes an der Oswaldstraße durch das List-Berufskolleg ins Gespräch bringt.

„Noch vor wenigen Wochen beschließt der Rat einen Haushaltsplan, in dem der Abriss des Gebäudekomplexes für nächstes Jahr geplant ist – und schon rückt der Schuldezernent und Kämmerer von diesen Plänen ab“, kritisiert Chatha die Äußerungen. „War der Bedarf des List-Berufskollegs vor wenigen Wochen etwa noch nicht abzusehen?“ Die Stadt plant für den Abriss des ehemaligen Schulgebäudes an der Oswaldstraße Kosten in Höhe von 330.000 Euro ein. Bereits in diesem Jahr soll die Sporthalle der ehemaligen Hauptschule abgerissen werden, wofür die Stadt 140.000 Euro veranschlagt hat. „Der durch den Rat beschlossene Haushalt ist Grundlage der Planungen – auch für den Schuldezernenten“, so Chatha.

Damian Chatha IIDarüber hinaus sei völlig unklar, ob das ehemalige Schulgebäude überhaupt für die Nutzung als Berufsschule ausgerichtet ist. Immerhin seien Berufsschüler deutlich älter und auch größer, sodass die Räume es für eine Hauptschule, in der bis zur zehnten Klasse unterrichtet wird, auf eine andere Altersgruppe eingerichtet sind.

„Insbesondere die Asbestbelastung, die vor zwei Jahren über Umwege bekannt wurde, wirft viele Fragen auf“, berichtet Chatha davon, dass der Schule damals untersagt wurde, auch nur einen Nagel in die Wand zu hauen. Anfallende Umbauarbeiten seien demnach unmöglich. „Es bleibt zudem fraglich, wie sich die Asbestbelastung seitdem entwickelt hat“, so der Sozialdemokrat.

Aus diesem Grund beantragt die SPD für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Bockum-Hövel (04. Februar), dass die Stadtverwaltung einen Bericht über die aktuelle Asbestbelastung des Gebäudes der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule und die Planungen hinsichtlich eines Abrisses liefere.

Zur Frage der Nachnutzung des Grundstücks betont der Sozialdemokrat, dass es sehr vielfältige und sinnvolle Ideen gebe. „Die Lage unmittelbar am Hallohpark macht dieses Grundstück besonders attraktiv“, sagt Chatha. „Wir Sozialdemokraten wollen an dieser Stelle ein Hallohpark-Quartier entwickeln.“

Dazu sei eine überparteiliche Projektgruppe sinnvoll, die sich mit den vielfältigen Ideen zu einer Nachnutzung beschäftige. „Da wir uns an den Haushaltsplan halten, der einen Abriss im nächsten Jahr vorsieht, ist es auch jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich mit der Nachnutzung des Geländes zu befassen“, so der SPD-Fraktionschef. „Bockum-Hövel hat an dieser Stelle die Chance, durch ein Hallohpark-Quartier an Lebens- und Aufenthaltsqualität hinzuzugewinnen.“