„Der vorliegende Zwischenbericht zum Rahmenplan Innenstadt überrascht uns nicht, sondern bestätigt leider unsere immer wieder vorgetragenen Befürchtungen zur Situation unserer City“, stellt der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Dennis Kocker bedauernd fest. Bereits im Mai 2013 hat die SPD einen Antrag für ein Stärkungskonzept Innenstadt in den Rat der Stadt eingebracht, der zunächst von der Verwaltung und der schwarz-gelben Koalition abgelehnt wurde, bevor unter dem öffentlichen Druck mit einem Jahr Verspätung der Startschuss zur Fortschreibung des Rahmenplans erfolgte.

„Ein überdurchschnittlich hoher Leerstand vor allem in der Fußgängerzone, der schlechte bauliche Zustand vieler Gebäude, die zahlreichen Baulücken und die fehlende Verbindung der einzigen beiden verbliebenen A-Lagen in der City – Allee-Center und westliche Weststraße – werden nun auch von neutraler Seite bestätigt“, erläutert der Vorsitzende für Stadtentwicklung und Verkehr, Dr. Georg Scholz (SPD), den vorliegenden Bericht des Büros Pesch und Partner. „Noch vor zwei Jahren wurden diese offensichtlichen Mängel geleugnet und alle Kritiker wie Nestbeschmutzer behandelt.“

Das Gleiche gilt für den Wohnstandort südliche Innenstadt mit seinen fehlenden Freiräumen, erheblichen baulichen Mängeln, der schlechten Nahversorgung und den daraus resultierenden Einwohnerinnen und Einwohnern mit niedrigem Einkommen.

Aber der Bericht bleibt nicht bei der Analyse der Ist-Situation der Innenstadt stehen, sondern zeigt auch deren Potentiale auf. „Hier müssen wir ansetzen. Es reicht nicht aus, die aktuelle Situation zu beklagen, wir müssen versuchen, die verlorene Zeit aufzuholen. Handlungsbedarf besteht vor allem in drei Bereichen: Stabilisierung der City, Entwicklung und Vernetzung der Kanalkante mit der City und den Ringanlagen sowie Aufwertung des Wohngebietes südliche Innenstadt“, betont Dr. Scholz.

Den zentralen Ansatz bei der Stabilisierung der City sieht die Hammer SPD in der vom Gutachter empfohlenen besseren Verbindung der beiden A-Lagen Allee-Center und Weststraße. Die Ritter-Passage wird dieser Aufgabe nicht gerecht. Ein breiter offener Zugang in Form eines Platzes eingerahmt von Einzelhandel und Gastronomie wäre die bessere Lösung.

„Die Ideen im Gutachten zur Kanalkante mit Promenade, Gastronomie, Wohnen am Wasser und die Anbindung an die City stimmen fast völlig mit unseren eigenen Vorschlägen zur besseren Anbindung der Innenstadt ans Wasser überein“, stellt Dr. Scholz erfreut fest. In der Verbindung von Arbeit, Wohnen und Freizeit am Wasser mit Shoppen in der angrenzenden City sehen die Hammer Sozialdemokraten den dringend notwendigen Funken zur Belebung der gesamten Innenstadt.

„In der südlichen Innenstadt gilt es, durch die Schaffung von Freiräumen, die Schließung von Baulücken und hochwertigerem Wohnungsbau neue attraktivere Quartiere zu entwickeln. Ein gutes Beispiel dafür ist die Borbergstraße mit ihren renovierten gründerzeitlichen Hausfassaden“, so Dr. Scholz.

Der Aufbruch zu einer neuen attraktiven und lebendigen Innenstadt bedarf in den Augen der Hammer SPD einer gemeinsamen Kraftanstrengung. Politik und Verwaltung können nur einen besseren Rahmen des öffentlichen Raumes schaffen. Einzelhandel, Gastronomie und vor allem die Eigentümer der Immobilien sind gefordert; denn der Zustand vieler Häuser ist Ausdruck einer nicht wahrgenommenen Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit.

„Der Patient Innenstadt ist krank, aber nicht hoffnungslos, es gibt die Chance der Therapie, aber die Medikamente müssen genommen werden, auch wenn sie manchmal schlecht schmecken. Eine aufblühende City verspricht auch wieder höhere Renditen für Vermieter und Einzelhandel. Das gilt auch für die Stadtentwicklungsgesellschaft und die Steuererhöhung, um angesichts der engen Haushaltsgrenzen handlungsfähig zu bleiben. Weiteres Abwarten bedeutet nicht nur Stillstand, sondern eine Beschleunigung der Abwärtsspirale“, mahnt Dr. Scholz abschließend.