Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Innovation und Stadtmarketing startet. Nachfolgend eine Empfehlung der Ausschussmitglieder Dr. Salomon (CDU) und Ralf-Dieter Lenz (SPD), gerichtet an den Ausschussvorsitzenden Lothar Wobedo:

"Der neu zu konstituierende Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Innovation und Stadtmarketing wird im Laufe der nächsten Jahre eine breite Palette von Themen zu behandeln haben.
Um einen erste Einstieg in die Ausschussarbeit zu finden, möchten wir empfehlen, die folgenden Themen auf die Tagesordnung der nächsten Sitzungen zu setzen.

1. Fachkräftesicherung
Die relativ stabile Wirtschaftslage und die damit verbundene leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt, dürfen nicht über den aktuellen und zukünftigen Fachkräftemangel hinweg täuschen.

Diese Engpässe werden nicht durch einen pauschalen Blick auf den Arbeitsmarkt deutlich, sondern erst durch die Betrachtung von Teilarbeitsmärkten.

Vom Fachkräftemangel werden in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen betroffen sein. Die Wirtschaftsförderung und die weiteren institutionellen Arbeitsmarktakteure (Job-Center, Arbeitsagentur, Kammern usw.) könnten hier Mittler und Akteure der Vernetzung zwischen Unternehmen und Fachhochschule/Schulen sein.

Sollten die Wirtschaftsförderung und das JobCenter auf dem Gebiet schon umfänglich und erfolgreich tätig sein, dann bitten wir um Berichte; sollte hier noch Nachholbedarf bestehen, dann bitten wir um gemeinsame Konzeptvorschläge.

2. Kriterien „Guter Arbeit“ in die Wirtschaftsförderung integrieren
Ein zentrales Thema eines attraktiven Arbeitsmarktes und einer zukunftsorientierten Standortpolitik muss der Bereich Arbeitnehmer- und Arbeitsplatzsicherheit sein.
Einzelne Punkte sind hier:

• Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit tariflich abgesicherter Bezahlung
• Eine Begrenzung von Leiharbeit
• Eine hohe Ausbildungsquote und eine qualifizierte Ausbildung
• Arbeits- und Gesundheitsschutz
• Eine gute Erwerbsbegleitung von Frauen – gerade auch in gewerblich-technischen Berufen.

Die Kriterien „guter Arbeit“ sind zweifelsohne nur ein Baustein der Flächenvermarktung bzw. Ansiedlungspolitik von Wirtschaftsförderung. Es gilt, einen gemeinsamen Kriterienkatalog für eine erfolgreiche Ansiedlungspolitik zwischen dem Wirtschaftsausschuss und der Wirtschaftsförderung zu erarbeiten.

3. Ausbildungsplatzsituation
Jedes Jahr ereilt uns die Meldung, dass viele junge Menschen keinen Ausbildungsplatz bekommen. Übersehen wird dabei häufig die Randnotiz, dass es eine nicht unbedeutende Zahl von nicht besetzten Arbeitsplätzen – insbesondere im Handwerk - gibt.
Gründe, die in der Qualität der Ausbildungsplätze, in der Abneigung junger Menschen gegenüber bestimmten Ausbildungsberufen oder in der Unkenntnis aller Beteiligten liegen, mag es ausreichend geben.
Die Frage, die sich stellt, ist, welche Maßnahmen ergreifen Wirtschaftsförderung und Job-Center gemeinsam mit der Arbeitsagentur und den Berufsverbänden, um hier Abhilfe zu schaffen? Dazu bitten wir um Berichte.

4. Zukunftsbranchen für Hamm
In einem Zeitungsartikel (WA 23.08.2014) wurde vom Leiter der Agentur für Arbeit Hamm noch einmal auf die Zukunftsbranchen Erziehung, Gesundheit, Soziales und Logistik verwiesen.

Die zuständigen Stellen der Verwaltung werden gebeten, unter Berücksichtigung der vorgenannten und der bisher favorisierten sowie ggf. neuer Branchen einen für alle beteiligten Institutionen gültigen Katalog der Zukunftsbranchen für Hamm zu entwickeln."