AsF Hamm hält die zum 1. August 2014 beabsichtigte Erhöhung für weiteren falschen Anreiz: „Die aktuell veröffentlichte Studie des Deutschen Jugendinstituts und der Universität Dortmund zum Betreuungsgeld belegt, wie berechtigt unsere Befürchtungen bei der Einführung des Betreuungsgeldes durch die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung waren“, so Monika Simshäuser, SPD-Ratsfrau und stellvertretende AsF-Vorsitzende. Es seien vor allem Eltern in sozial- und finanzschwachen Lebensverhältnissen, die das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen und auf einen Kita-Platz für ihr Kind verzichten. Oft sei gerade für diese Kinder z. B. eine gezielte Sprachförderung von besonderem Wert, wenn es um die Chancengerechtigkeit beim weiteren Bildungsweg geht.

„Die Erhöhung des Betreuungsgeldes zum 1. August 2014 verstärkt diesen falschen Anreiz“, ergänzt AsF-Vorsitzende Sabine Zumbrink. Unabhängig von den politisch notwendigen Diskussionen hat das Land Hamburg bereits eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen diese Familienleistung eingereicht. Sollte das höchste Gericht zu der Auffassung kommen, dass das Betreuungsgeld Kinder von Bildung fernhielte, so könnte damit ein möglicher Verstoß gegen die Grundrechte vorliegen. „Wenn es scheinbar politisch nicht zu ändern ist, so könnte dieser juristische Weg eine Chance zur Abschaffung des Betreuungsgeldes und damit dann indirekt auch zum verstärkten Ausbau von qualifizierten Kita-Plätzen sein“, so Zumbrink und Simshäuser abschließend.