Rente_Alter_Bernd Kasper_pixelio

Auch durch die aktuell veröffentlichten Zahlen der Agentur für Arbeit Hamm, dass 2020 Beschäftigte in Hamm älter als 65 Jahre sind, sieht die SPD-Fraktion ihre Kritik an der verfehlten Wirtschaftspolitik in Hamm bestätigt. „Das ist ein deutliches Zeichen von Altersarmut, das nicht wegzureden ist“, ärgert sich der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD, Lothar Wobedo. 1680 Rentner sind Minijobber, verdienen sich bis zu 450 Euro monatlich hinzu. „Viele Bürgerinnen und Bürger müssen sich etwas hinzuverdienen, weil ihre Rente nicht zum Leben ausreicht. Eigentlich sollten sie jedoch ihren Ruhestand genießen können.“

Zwar liegen die Zahlen in Hamm im Bundes- und Landestrend, doch rechtfertigen bzw. positiv bewerten, kann man sie nach Meinung der Hammer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nicht. „Normalerweise sind Harald Küst und ich oft einer Meinung, doch hier kann ich die Bewertung von ihm überhaupt nicht nachvollziehen. Das ist doch keine zukunftsweisende Arbeitsmarktpolitik“, ist Wobedo empört über die offizielle Lesart der Zahlen. „Und was passiert mit den älteren Bürgerinnen und Bürgern, die gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, zu arbeiten. „Die müssen dann von ihrer kleinen Rente leben, bzw. noch aufstocken?“, fragt Wobedo.

„Außerdem wissen wir doch aus der Praxis, dass Arbeitgeber, so lange sie nicht handeln müssen, es auch nicht tun. So lange ihnen also die – altgedienten Fach- und Führungskräfte zur Verfügung stehen, kümmern sie sich auch nicht wie es in Zeiten des demografischen Wandels erforderlich wäre – um junge Nachbesetzung. Deshalb sollte die Wirtschaftsförderung ihre Ansiedlungspolitik ändern: gute Arbeit ansiedeln, damit die Arbeitnehmer im Ruhestand nicht von Altersarmut betroffen sind. Und dann geben wir vielleicht auch wieder die rote Laterne in punkto Einkommen ab“, kritisiert Wobedo. Denn Armutseinkommen verursache noch größere Armutsrenten. Und dafür macht Wobedo größtenteils die Wirtschaftspolitik in Hamm verantwortlich. „Die von der Arbeitsagentur veröffentlichten Zahlen sind der Erfolg der neoliberalen Politik unseres Wirtschaftsförderers Christoph Dammermann. Und unsere Stadtregierung mit Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann an der Spitze sieht zu, wie unsere Stadt immer stärker in das Desaster der Armutslöhne und damit auch Armutsrenten hineinrutscht. Diejenigen, die die Verantwortung dafür tragen, sind dann wahrscheinlich im wohlverdienten Ruhestand – allerdings nicht mit Armutsrenten“, so Wobedo abschließend.