Dan Race - Fotolia

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„Der Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann hat es nicht geschafft, trotz entsprechender Programme des Landes die Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss zu verringern“, kritisiert der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dennis Kocker, den Verwaltungschef. Eher das Gegenteil sei eingetreten. „Der Anteil der Schulabgänger ohne einen Hauptschulabschluss ist in Hamm sogar gestiegen“, hält Kocker dem Oberbürgermeister vor.

In der letzten Woche hat das Statistische Landesamt die Zahlen veröffentlicht und für Hamm ein katastrophales Ergebnis an den Tag gebracht: 152 von 2741 Schülerinnen und Schüler – das sind 5,5%, die 2013 die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen haben, obwohl es landesweit nur 4,7% waren. „Dieses Ergebnis ist umso verwunderlicher, da das Land mit seinen Projekten wie ‚Kein Kind zurücklassen‘ wesentlich dazu beitragen sollte, das Entlassen ohne Schulabschluss zu verhindern“, wundert sich Kocker.

Der noch amtierende Oberbürgermeister versuche sich mit der vermehrten Zuwanderung von Schülerinnen und Schülern aus Bulgarien und Rumänien zu rechtfertigen. „Dies kann man ihm aber nicht durchgehen lassen, da dies in ganz NRW festzustellen ist und die Quote hier aber sinkt“, so der Fraktionsvize.

„Was die Stadt benötigt sind Förderkonzepte in allen Schulformen und nicht nur für Zuwandererkinder“, fordert der Schulpolitiker. Diese Förderkonzepte müssen frühzeitig beginnen, um erst einmal die Sprachkompetenz zu verbessern. Grundlage dafür ist eine Sprachdiagnose auf der aufbauend individuelle Förderpläne entwickelt werden. Daraus ergeben sich dann Sprachangebote, die sich über zwei bis drei Jahre erstrecken müssen. Zwischendurch muss eine Evaluation stattfinden, die zur Feinjustierung der Angebote beiträgt.

„Diese Maßnahmen hätten schon viel eher durchgeführt werden müssen und nicht erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Das Beharren auf dem dreigliedrigen Schulsystem hat zu der Abschulung und zu den schlechten Abschlussnoten geführt“, kritisiert Kocker. Deshalb fordert die SPD den Oberbürgermeister auf, seine Schulpolitik hinsichtlich längeren gemeinsamen Lernens zu verändern.