Zeitgleich zum Internationalen Frauentag 2014 ist die weltweit größte Erhebung zur Gewalt gegen Frauen veröffentlicht worden. Die von der Europäischen Agentur für Grundrechte (FRA) vorgestellte Studie führt alarmierende Tatsachen ans Licht: 62 Millionen Frauen in der Europäischen Union sind in ihrem Leben schon Opfer von Gewalt geworden.

„Dass jede dritte Frau zwischen 15 und 74 Jahren in ihrem Leben schon körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt hat, ist eine sehr erschreckende Tatsache. Wir brauchen dringend eine breit angelegte Strategie  zur wirksamen Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen“, stimmt Bürgermeisterin Monika Simshäuser (SPD) dem FRA-Direktor Morten Kjærum zu. „Denn es gibt nicht ein einziges Land mit niedrigen Werten“, so Kjærum. Und auch Deutschland liegt mit 35 Prozent knapp über dem EU-Durchschnitt (33 Prozent).

„Nicht nur, dass diese furchtbaren Zahlen deutlich machen, dass ein Drittel aller Frauen Gewalt erleben, 55 Prozent dieser Frauen sind Opfer sexueller Belästigung. Unter ihnen 75 Prozent der Frauen, die in Führungspositionen tätig sind. Angesichts dieser Erkenntnisse scheint in Sachen Gleichstellung und Menschenrechte so gut wie nichts in den Köpfen zu vieler Menschen angekommen zu sein“, kritisiert Simshäuser scharf.

Mit Blick auf den Equal Pay-Day am 21. März zeigt sich schlaglichtartig eine weitere Ungleichheit zwischen Männern und Frauen. Hierbei geht es um die ungleiche Entlohnung ihrer Arbeit. Bis zu diesem Tag, dem 21. März 2014, müssen Frauen statistisch berechnet arbeiten, um den Lohn zu erhalten, den Männer am 31. Dezember 2013 bereits verdient hatten.

„Auch im 21. Jahrhundert ist das Grundrecht auf Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen noch immer keine Verfassungswirklichkeit“, zieht Simshäuser das ernüchternde Fazit, was sie jedoch keinesfalls als Grund zur Resignation, sondern vielmehr als politischen Handlungsauftrag verstanden wissen will.