Wohnsiedlung

Bild: Benjamin Klack/pixelio.de

„Im Zeichen einer immer älter werdenden Bevölkerung ist die Entscheidung der CDU-Fraktion gegen ein Projekt des Mehrgenerationenwohnens in Hamm ein völlig falsches Signal“, stellt der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr Dr. Georg Scholz (SPD) anlässlich der Diskussion eines Standortes am Kentroper Weg empört fest.

In Kürze wird auch in Hamm jeder dritte Einwohner älter als 65 Jahre sein. Schon jetzt gibt es fast 70% Ein- und Zwei-Personenhaushalte. Großfamilien unter einem Dach gibt es kaum noch. „Das Mehrgenerationenwohnen versucht diese traditionelle Wohnform nachzubilden und weist damit einen wichtigen Weg in die Zukunft“, erklärt Dr. Scholz. „Man kann nicht immer wieder in Foren und Papieren nach neuen altersgerechten Wohnformen rufen und dann, wenn es vor Ort konkret wird und vor allem eine private Initiative existiert, einfach abtauchen.“

Für die Hammer Sozialdemokraten darf ein Standort für das Mehrgenerationenwohnen auch nicht irgendwo am Rande liegen, sondern muss zentral in einem Quartier eingebunden sein. Zentralität und eine gute Nahversorgung, also kurze Wege sind wichtige Voraussetzungen für das Leben im Alter. Eine Stadt wie Hamm braucht viele solcher Angebote, damit man bei sich ändernden Wohnbedürfnissen nicht aus dem Quartier ziehen muss und Nachbarschaften erhalten bleiben. „Deshalb werden wir in der nächsten Ratssitzung die Verwaltung auffordern, nicht nur einen, sondern mehrere Standorte zu prüfen, vorzuschlagen und auch umzusetzen“, betont Dr. Scholz.

Natürlich muss die Verwaltung bei der Umsetzung der Projekte die Anwohner frühzeitig einbinden. Dies scheint am Kentroper Weg nicht der Fall gewesen zu sein, ansonsten kann sich die SPD-Fraktion die heftige Reaktion der Anwohner nicht erklären. Die heutige Brachfläche ist nur dadurch entstanden, dass man eine über Jahrzehnte bestehende Trasse für eine bis zu vierspurige innerstädtische Umgehungsstraße die alte B 63n nach langer Diskussion endlich aufgegeben hat. Als Nachnutzung war von Anfang an eine lockere Wohnbebauung verbunden mit öffentlichen Grün und einer Trasse für Rad- und Fußweg vorgesehen.