Völlig entrüstet ist Dr. Georg Scholz, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, über das Vorhaben des Wirtschaftsförderers Christoph Dammermann, eine eigene Passantenzählung durchzuführen. „Ganz nach dem Motto – wenn uns die Realität nicht gefällt, machen wir uns neue Zahlen“, kritisiert Dr. Scholz.

Diese Reaktion sei nach Ansicht des Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr äußerst grotesk. „Zum einen, weil sich potentielle Investoren an unabhängigen, landesweiten Umfragen, wie der von Jones Lang LaSalle, orientieren und zum anderen, weil Herr Dammermann seine eigenen Zahlen nicht kennt“, so Dr. Scholz. Im Einzelhandelskonzept seien schließlich Passantenentwicklungszahlen aufgeführt. Nach diesen Zahlen ist die Passantenfrequenz in der westlichen Weststraße im Zeitraum von 1998 bis 2009 von 2.700 auf 1.500 Passanten zurückgegangen. Im Bereich der östlichen Weststraße sind die Zahlen sogar von 3.200 auf ca. 1.300 Passanten noch stärker gesunken und haben sich damit mehr als halbiert. Diese Zahlen weisen auf denselben Trend hin wie die Umfrage von Jones Lang LaSalle. „Wirtschaftförderung und Stadtmarketing, die eigentlich die Probleme lösen sollten, werden durch ihre Vogel-Strauß–Politik immer mehr selbst zum Problem,“ so Dr. Scholz abschließend.