Verwundert und irritiert zeigen sich die Hammer Sozialdemokraten anlässlich der Erklärungen der Stadtverwaltung und der Firma Finke zur Zukunft des geplanten Möbelmarktes in Rhynern. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hamm stand der Ansiedlung Finkes von Beginn an, wegen der möglichen Konkurrenz zur Innenstadt und der ungeklärten Verkehrssituation, kritisch gegenüber. „Während der ganzen Diskussion drückte der Oberbürgermeister ständig aufs Tempo. Unserem Wunsch nach mehr Zeit und einer weitereren Überprüfung der Auswirkungen auf die City wurde damit gekontert, dass Finke rasch bauen wolle. Jetzt stellt sich heraus, dass die Zeit dagewesen wäre und die Situation in der Innenstadt mit ihren Leerständen weit dramatischer ist, als von der Verwaltung dargestellt“, erklärt der stellv. Fraktionsvorsitzende Dennis Kocker verärgert.

Noch mehr irritiert die Sozialdemokaten jedoch die fehlende Aussage des Unternehmens zum Baubeginn. „Für das Weihnachtsgeschäft 2014 müsste in den nächsten Wochen begonnen werden, dies scheidet offensichtlich aus. Bliebe somit nur noch Sommer und Herbst nächsten Jahres fürs Weihnachtsgeschäft 2015. Aber bei einer so großen Investition müssten dazu die Entscheidungen bei Finke bereits stehen, man bräuchte kein Geheimnis daraus zu machen“, wundert sich Dr. Georg Scholz (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr. Mehr Zeit zum Bauen hat der Möbelmarkt nach seiner Auffassung nicht; denn gemäß der üblichen Praxis und der Beschlussvorlage zum Kaufvertrag muss Finke innerhalb von zwei Jahren nach Vorliegen der Baugenehmigung bauen, sonst fällt das Grundstück wieder an die Stadt zurück. Dies wäre demnach spätestens Ende nächsten Jahres der Fall.

Aus Sicht der SPD-Fraktion gibt es zum Verhalten von Finke und der Stadtverwaltung daher nur zwei mögliche Erklärungen: „Entweder handelt es sich bei dem Bekenntnis zum Standort der Firma Finke um ein reines Lippenbekenntnis, um dem Oberbürgermeister eine ähnliche Blamage wie bei der geplatzten Ansiedlung der Europazentrale der Firma TEDI – ebenfalls in Rhynern – vor der Kommunalwahl zu ersparen, oder Finke hat bereits jetzt ohne politischen Beschluss eine schriftliche oder mündliche Zusage, das Grundstück auch über 2014 hinaus nutzen zu können“, betont Dr. Scholz. Diese Frage muss bis spätestens zur nächsten Ratsrunde durch die Verwaltung umfassend geklärt werden.