
Die SPD-Ratsfraktion will gemeinsam mit den Hammer Katzen- und Tierschutzvereinen eine neue Initiative für eine Kastrations- und Registrierungspflicht von freilaufenden Katzen in Hamm starten. Darauf verständigten sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Manfred Lindemann und Bärbel Kuttge, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, mit Vertreterinnen und Vertretern der entsprechenden Vereine in einem gemeinsamen Gespräch.
„Wir müssen gemeinsam ein öffentliches Bewusstsein dafür schaffen, dass Tierhaltung auch Kümmern erfordert. Und dieses Kümmern geht ganz klar über das bloße Füttern hinaus,“ so Bärbel Kuttge.
An dem Gespräch beteiligten sich neben Vertreterinnen und Vertretern von Tiere in Not und der Hilfe für Straßenkatzen Hamm auch die Katzenhilfe Hamm, die Kinderkatzennothilfe sowie die Hilfe für Katzen in Not. Die engagierten Tierschützer machten sehr deutlich, dass ihre Organisationen die Grenzen ihrer Möglichkeiten erreicht haben. So habe allein die Katzenhilfe im Jahr 2011 532 Katzen kastrieren lassen. Eine weitere Verschärfung der Situation müsse unbedingt verhindert werden. Dabei sei inzwischen Eile geboten, denn bis sich eine Kastrationspflicht messbar in der Population bemerkbar mache, rechne man mit einer Dauer von ca. sieben Jahren.
„Die Tierschutzvereine leisten eine hervorragende Arbeit bei der sie dringend unterstützt werden müssen. Die von uns beabsichtigte Änderung der ordnungsbehördlichen Verordnung würde auch für Rechtssicherheit bei den Vereinen sorgen. Noch ist das Problem der wachsenden Katzenpopulation in Hamm in den Griff zu bekommen. Wir sollten nicht so lange warten, bis sich das ändert,“ erklärt Manfred Lindemann die Initiative der SPD-Ratsfraktion.
Als positives Beispiel für die Umsetzung einer Kastrations- und Registrierungspflicht wurde in der Gesprächsrunde aus Tierschützern und Politikern immer wieder die Stadt Paderborn genannt. Dort bestehe diese Pflicht bereits seit 2008 und einen ersten Effekt könne man schon heute registrieren. Inzwischen seien etwa 70 Städte und Kreise dem Beispiel Paderborn gefolgt.
Gemeinsam mit den Grünen hatte die SPD bereits im November 2010 vergeblich einen entsprechenden Antrag gestellt. „Die Ablehnung dieses Antrags wurde auch mit der Befürchtung begründet, auf die Stadt könnten Klagen der Tierhalter zukommen. In Paderborn hat es bis heute keine einzige Klage gegeben“, so Lindemann.
Bärbel Kuttge ergänzt abschließend: „Der Stadt entstehen nicht einmal zusätzliche Kosten. Es geht darum, unnötiges Leid und Not bei den Katzen zu vermeiden.“
SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hamm